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Reflexionen 2023 erschienen

Schwerpunkt: Antiziganistische Verfolgung im Nationalsozialismus.

Alle Beiträge der Printausgaben nun auch in unserem Online-Magazin.

21.09.2023

Reflexionen 2023

Heft 3 unserer „Reflexionen“ widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema der Verfolgung der Sinti:zze und Rom:nja im Nationalsozialismus und ihrer fortwährenden Ausgrenzung und Diskriminierung nach 1945.

Anlass ist der 80. Jahrestag der Deportation der Sinti:zze und Rom:nja aus dem Deutschen Reich und benachbarten besetzten Gebieten in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im März 1943. Kaum einer der 23.000 Deportierten überlebte. Im Familiengedächtnis der deutschen Sinti:zze und Rom:nja sind die März-Deportationen fest verankert, der Mehrheitsgesellschaft hingegen sind die Ereignisse im März 1943 weitgehend unbekannt. Sicherlich ist das auch eine Folge andauernder Ausgrenzung der Minderheit bis in die heutige Zeit. Mangelndes Wissen verstärkt wiederum aktuelle antiziganistische Anfeindungen. Dem möchten wir mit dem vorliegenden Heft etwas entgegensetzen.

Daneben stellt das vorliegende Heft aktuelle Entwicklungen in der Geschichtskultur und in der Arbeit der Stiftung vor. Beides war im vergangenen Jahr ganz maßgeblich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und ihre Folgewirkungen gezeichnet. Ukrainische Überlebende der Konzentrationslager, die in Buchenwald und Mittelbau-Dora gemeinsam mit ihren russischen und belarussischen Mithäftlingen gelitten hatten, müssen seither täglich fürchten, Opfer russischer Raketenangriffe zu werden.

Auch die Kolleg:innen der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, die Anfang 2022 von der Putin-Diktatur endgültig zerschlagen wurde, versuchen wir – in Kooperation mit anderen Gedenkstätten und Stiftungen – zu unterstützen. Mehrere Memorial-Mitarbeiter:innen, die Russland verlassen mussten, haben in Thüringen Aufnahme gefunden. Vier Memorial-Kolleg:innen arbeiten derzeit für die Stiftung und stellen im Magazin ihre Erkenntnisse vor.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat den während der Corona-Pandemie radikalisierten Verschwörungserzählungen, die gegen die liberale, westlich geprägte Demokratie gerichtet sind und häufig einen antisemitischen Kern haben, neue Facetten hinzugefügt. Russlands autoritärer Herrscher Putin versucht, den imperialen Angriffskrieg u. a. mit der Behauptung historisch zu legitimieren, der Kampf der Roten Armee zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg werde jetzt konsequent fortgeführt, indem die Ukraine von Nazis gesäubert werde. Dass er im gleichen Atemzug gegen westliche „Eliten“ und „Globalisten“ hetzt und damit antisemitische Signalwörter nutzt, zeigt die Verlogenheit seiner Propaganda. Doch sie trifft auch bei Verschwörungsgläubigen in Deutschland auf fruchtbaren Boden: Auf „Montagsspaziergängen“, auch in Weimar und Nordhausen, schwenken Rechtsextreme und „besorgte Bürger:innen“ russische Fahnen, propagieren Reichsbürgerideologie und verbreiten antisemitische Verschwörungslegenden. Zugleich liegen die Umfragewerte der extrem rechten AfD in Thüringen aktuell bei über 30 Prozent.

An den Gedenkstätten geht diese Entwicklung nicht spurlos vorbei. Jens-Christian Wagner führt aus:

„Den Verschwörungsideologien und dem Geschichtsrevisionismus müssen wir in den Gedenkstätten, aber auch sonst in der Gesellschaft, eine fachlich fundierte, quellengestützte und auf Reflexion setzende Auseinandersetzung mit der Geschichte entgegensetzen.”

Reflexionen als Online-Magazin

Alle Beiträge unseres Magazins bieten wir seit heute auch online, in einem eigens für Longreads gestalteten E-Publishing-Bereich auf der Website der Stiftung, an. Die Schwerpunkte der vergangenen Jahre wie „Neue Rechte und Geschichtsrevisionismus” haben an Aktualität nichts eingebüßt. Mit den nun auch digital rezipierbaren Artikeln sollen nicht nur besondere Facetten unserer Arbeit, neue Bildungsformate und Forschungsthemen vorgestellt werden. Mit ihnen wollen wir auch die gegenwärtigen geschichtskulturellen und geschichtspolitischen Debatten besser und intensiver begleiten. Ziel ist es, historische Urteilskraft und ein kritisches Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft zu stärken. Es geht um Erkenntnis, nicht um Bekenntnis oder Indoktrination.

www.stiftung-gedenkstaetten.de/reflexionen

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