Nohra e. V., Foto: Jens-Christian Wagner.
Mit einem Vortrag im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus eröffnet Stiftungsdirektor Prof. Dr. Jens-Christian Wagner das Jahresthema „Widerstand“ der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Im Mittelpunkt stehen die heute weitgehend vergessenen frühen Konzentrationslager in Thüringen: das KZ Nohra und das KZ Bad Sulza. Während viele Menschen beim Begriff Konzentrationslager vor allem an Orte wie Auschwitz oder Buchenwald denken und die NS-Verbrechen vom Ende her betrachten, richtet der Vortrag den Blick auf die Anfänge des NS-Terrors: Mit brutaler Gewalt versuchten die Nationalsozialisten, jeglichen Widerstand zu brechen.
Dafür richteten sie bereits im Frühjahr 1933 improvisierte Lager ein – in Kellern, Werkhallen, ehemaligen Hotels oder Flugplatzgebäuden – und damit mitten in der Gesellschaft. Der Vortrag zeichnet einen roten Faden von Nohra über Bad Sulza bis nach Buchenwald und zeigt, wie schnell die Nationalsozialisten den Rechtsstaat abschaffen und ihre Macht mit brutalem Terror festigen konnten.