Alex Hacker wurde am 7. Mai 1926 in Budapest in eine ungarisch-jüdische Familie geboren. Er besuchte ein technisches Gymnasium als er 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen wurde. Im November des Jahres wurde er in das Konzentrationslager Flossenbürg deportiert, kurz darauf in das KZ Mittelbau-Dora. Hier musste er aufgrund seiner technischen Vorbildung Zwangsarbeit in der unterirdischen Raketenproduktion leisten. Im Lager führte er heimlich Tagebuch – eine Seite hielt er für den Tag seiner Heimkehr frei.
Als die Mittelbau-Lager Anfang April 1945 geräumt wurden, zwang die SS Alex Hacker auf einen der Räumungstransporte nach Bergen-Belsen. Dort wurde er am 15. April 1945 durch britische Truppen befreit. Auf Umwegen kehrte er anschließend in seine Heimatstadt Budapest zurück.
1947 verließt er Ungarn und wanderte nach Palästina aus, wo er sich dem Kampf um die Unabhängigkeit Israels anschloss. Ab 1950 studierte Alex Hacker in London englische Sprache. Sein dauerhaftes Zuhause fand er schließlich in Kanada, wo er die ebenfalls aus Ungarn stammende New Yorkerin Florence Bush kennenlernte – seine spätere Ehefrau. Die beiden wurden Eltern dreier Kinder und Großeltern von vier Enkelkindern.
Alex Hacker betätigte sich erfolgreich als Geschäftsmann, unter anderem als Gründer eines Hotels, blieb aber stets Familienmensch. Bis ins hohe Alter war er sportlich aktiv, spielte Tennis und fuhr Rad, und hielt sich geistig fit.
Mit seiner Familie kehrte er immer wieder nach Nordhausen zurück. Freund:innen und Mitarbeitenden der Gedenkstätte ist eine Botschaft in Erinnerung geblieben, die Alex Hacker bei einem seiner Besuche an Adolf Hitler richtete: „Ich bin immer noch hier, du Bastard!“
Am 28. Dezember 2025 ist Alex Hacker nun mit 99 Jahren in Toronto verstorben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie und seinen Freund:innen.
Seine Familie hat ein digitales Gedenkbuch für Alex Hacker eingerichtet. Dort können Sie eine Botschaft an Alex Hacker hinterlassen. Zum Gedenkbuch gelangen Sie hier.