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Verordnetes Gedenken

 Männer stehen an mehreren langen Gräben, in denen zahlreiche tote Menschen liegen. Einige beugen sich über die Toten.
Einwohner aus Nordhausen bestatteten Mitte April 1945 die Leichen der KZ-Häftlinge aus der Boelcke-Kaserne auf dem neuen Ehrenfriedhof. Damit setzten sie einen militärischen Befehl der US-Soldaten um. Diese Anordnung sollte der Bevölkerung ihre Verantwortung für die mitten in der Stadt Nordhausen begangenen NS-Verbrechen vermitteln.
Foto: Harold Lee (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora)

Am 11. April 1945 entdeckten US-amerikanische Truppen das Außenlager Boelcke-Kaserne des KZ Mittelbau. Dort fanden sie weit über 1.000 tote und sterbende KZ-Häftlinge. Nur etwa 250 Häftlinge konnten sie noch lebend befreien.

In den nächsten Tagen verpflichteten die US-Truppen die lokale Bevölkerung, gegenüber dem städtischen Friedhof einen Ehrenfriedhof anzulegen. Nordhäuser mussten die Toten aus der Boelcke-Kaserne zur Grabstätte tragen und sie in 30 langgestreckten Sammelgräbern beisetzen.

Eine lange Reihe von Menschen steht auf einem offenen Gelände. Im Vordergrund liegen Bretter und Holzreste.
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Anlage des neuen Ehrenfriedhofes, im Hintergrund die zerstörten Gebäude der Boelcke-Kaserne, April 1945.
Foto: Russ Ballinger (Privatbesitz Claudia King)
Mehrere Menschen gehen über einen offenen Platz. Im Hintergrund stehen flache Gebäude.
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Einwohner aus Nordhausen trugen auf US-Befehl hin die Leichen der KZ-Häftlinge aus der Boelcke-Kaserne zur Bestattung auf den neuen Ehrenfriedhof, April 1945.
Foto: Russ Ballinger (Privatbesitz Claudia King)
Eine Gruppe von Menschen zieht über einen von kahlen Bäumen gesäumten Weg. Mehrere von ihnen tragen eine Bahre mit einem verhüllten Körper.
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Nordhäuser trugen die Leichen der KZ-Häftlinge zur Bestattung auf den neuen Ehrenfriedhof, April 1945.
Foto: Harold Lee (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora)
 Zahlreiche Menschen bewegen sich über ein offenes Gelände; einige tragen lange Stangen. Rechts gehen zwei Soldaten mit Helmen, im Hintergrund steht ein Gebäude vor einem Wald.
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US-Soldaten beaufsichtigten die Beisetzung der Leichen in den noch offenen Sammelgrabreihen auf der Anhöhe, April 1945.
Foto: Geza M. Szirony (Privatbesitz James Szirony)
Männer tragen Leichen auf Bahren zu einem großen Graben. Weitere Menschen arbeiten dort mit Schaufeln; im Vordergrund steht ein bewaffneter Soldat.
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US-Soldaten beaufsichtigten die Beisetzung der Leichen, April 1945.
Foto: Russ Ballinger (Privatbesitz Claudia King)
Reihen von Gräbern mit weißen Holzkreuzen auf einem Ehrenfriedhof. Im Hintergrund sind zerstörte Gebäude zu sehen.
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Der neu errichtete Ehrenfriedhof, April 1945.
Foto: unbekannt (National Archives, Washington)

An der Trauerfeier zur Einweihung des Ehrenfriedhofs am 13. Mai 1945 musste die städtische Bevölkerung auf US-Anordnung hin teilnehmen und auf den Gräbern Blumen niederlegen. Die erzwungene Bestattung und das verordnete Gedenken sollten der Bevölkerung ihre Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen vermitteln. Eine Absicht, die die meisten der Einwohner:innen ablehnten.

Eine große Gruppe von Menschen versammelt sich mit Blumen und Kränzen an Gräbern auf einem Friedhof.
Auf US-amerikanische Anordnung: Verpflichtende Gedenkveranstaltung der Nordhäuser Bevölkerung für die auf dem Ehrenfriedhof bestatteten KZ-Häftlinge, 13. Mai 1945.
Foto: unbekannt (Stadtarchiv Nordhausen)

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